Tibetanische Nonnen fertigen ein Meditations-Mandala aus Sand an
Letzte Woche war ich im Museum für Völkerkunde in Leiden. Morgens hatten wir direkt im Museum von einem Seminar aus ein Gespräch mit dem Museumsdirektor, in dem er uns Einzelheiten zu den Ausstellungen erläutert hat. Besonders spannend fand ich die Tatsache, dass sich die sechs wichtigsten Museen in den Niederlanden, die ähnliches ausstellen, eine gemeinsame ethische Grundlage erarbeitet haben. So lehnen sie z. B. nicht generell ab Mumien auszustellen, sondern zeigen nur dann keine, wenn es in dem Heimatland der Mumien auch nicht so praktiziert wird. In Peru z. B. werden Mumien anscheinend immer noch in Prozessionen gezeigt, und daher finden es die Museen auch legitim, Mumien aus Peru auszustellen.
Das Museum an sich fand ich persönlich nicht so spannend. Im Asien-Teil wurde eine Einführung in den Buddhismus und den Hinduismus gegeben, das war richtig gut gemacht, aber grundsätzlich mag ich persönlich keine Völkerkundemuseen. Es sind zu viele verschiedene Eindrücke aus zu vielen verschiedenen Ländern auf einmal, und ich lerne Länder oder Kulturen wohl lieber langsamer und durch Reisen kennen. Ich weiß, das ist quasi die Luxusvariante *g – aber das ist meine sehr persönliche Meinung. Das Museum ist relativ modern, es gibt immer wieder Monitore an denen man Zusatzinformationen abrufen kann. Generell stehen an vielen Schaukästen weiter unten (quasi auf Kinderaugenhöhe) Infos, die speziell auf Kinder zugeschnitten sind.
Meditations-Mandala aus Sand
Als besonderes Highlight waren gerade tibetanische Nonnen da, die mit speziell gefärbtem Sand ein Meditations-Mandala gemacht haben. Das aufwändige Arbeiten mit dem Sand ist wohl eine besondere Art, die Konzentration bei der Meditation aufrecht zu erhalten. Ich fand ganz profan die Musik sehr entspannend und habe eine Weile zugeschaut.
Mitte Oktober war ich für ein paar Tage in München, und diesmal habe ich es doch tatsächlich geschafft, ein bisschen Touriprogramm zu machen: Erst einmal ging es in die Alte Pinakothek, das hatte ich schon mehrmals auf meiner Liste, bin aber irgendwie nie dazu gekommen. Was mich umgehauen hat gleich am Anfang waren die Preise: 13 Euro ohne Ermäßigung, als Student immer noch 10,50 Euro. Puh! Ganz schön heftig! Aber es hat sich gelohnt: ein wirklich sehenswertes Museum – mit Sicherheit unter meinen Top 5 Museen weltweit dabei! Die Bilder sind sehr schön thematisch angeordnet und wirken in den hohen Räumen wirklich sehr gut. Ich denke, ich habe selten so viele berühmte Namen in einer festen Ausstellung gesehen. Hier ist ein Rembrandt oder Rubens nicht die Ausnahme sondern eher die Regel. Fazit: Trotz hoher Eintrittspreise absolut empfehlenswert!
Rathaus in München
Vom Marienplatz habe ich auch endlich mal ein paar Bilder gemacht und habe mir den Innenhof des Rathauses mal genauer angeschaut, lohnt sich auch sehr!
Hl. Honoratius aus den Katakomben
Auf der anderen Seite vom Marienplatz ist die Peterskirche – die älteste Kirche Münchens und lt. Reiseführer hat die Kirche die tiefste Glocke Bayerns. Ja, muss man mal gehört haben Die Kirche ist innen ein Paradebeispiel für Pracht und Prunk, was ich zum ersten mal in einer deutschen Kirche gesehen habe, waren offene Reliquienschreine. Also klar, in Museen ist das ja keine Seltenheit, und aus Büchern kenne ich es auch, und es gibt ja auch extra Gebeinhäuser. Aber dass mitten in der Kirche das Skelett einer Frau in Seide gehüllt und mit Gold bestickt angebetet wird, habe ich so noch nie gesehen. In einem Seminar diskutieren wir bereits seit Wochen die ethischen Aspekte bei dem Ausstellen von Mumien und die Reliquie in der Peterskirche hat mich nachhaltig beschäftigt, ich werde jetzt meine Hausarbeit dazu über die christlichen Aspekte beim Ausstellen von Mumien schreiben.
Blutenburger Kapelle
Unter „geKnipst“ sind wie immer die Fotos eingestellt, am Schluss kommen noch ein paar Fotos von der Blutenburg, ein wirklich schöner Platz zum Drachensteigen lassen (wenn mal Wind geht in München…) oder einfach um draußen zu sein. In der Blutenburger Kapelle ist auch eine Madonna, die wurde Anfang der 70er Jahre gestohlen und wohl nach kurzer Zeit wieder aufgefunden: auf dem Dachboden des Schauspielers Walter Sedlmayer, der selbstverständlich nichts davon wusste. Aber anscheinend war das der Grundstein für seine weitere Karriere, denn jetzt war er in aller Munde und bekam Aufträge – die davor nicht so häufig vorhanden waren. Da trifft wohl der Spruch zu: „Jede Publicity ist gute Publicity!“
Anfang Oktober war eine Seminargruppe aus Greifswald auf Exkursion in den Niederlanden – und da ich letztes Semester auch in dem Seminar war, habe ich auch daran teilgenommen. So war ich zum ersten Mal in Amsterdam – und völlig enttäuscht. Ich bin mir nicht sicher ob es der starke Regen war, der mich trotz langer Regenjacke bis auf die Haut durchnässt hat, oder ob es die vielen Neonwerbelichter waren, die das Flair der Stadt in meinen Augen völlig zerstörten.
Gut, bei dem Regen war ich zumindest teilweise selber schuld: wir hatten einen Niederländer dabei, Hielke, und Hielke hatte sich, als es ein bisschen tröpfelte, komplett umgezogen. Auf einmal stand er da mit Regenhose und Regenjacke. Wir haben uns noch darüber lustig gemacht… tja. Kapitaler Anfängerfehler, würde ich mal sagen. Auf einmal regnete es nämlich so stark, dass die Regenhose durchaus angebracht war. Lerne: niemals einem Niederländer misstrauen, wenn es um Regen geht!
Hooglandse Kerk in leiden
Ich habe daher nur in den wenigen Regenpausen ein paar Bilder gemacht – und muss unbedingt bei schönem Wetter nochmal nach Amsterdam um zu schauen, ob die Stadt nicht doch schön ist.
An einem Tag der Exkursion ging es auch nach Leiden – und dort herrschte dann Kaiserwetter! Bilder wie immer unter „geKnipst“.