In den Niederlanden lernt man eines gleich am ersten Tag: ohne Fahrrad geht mal gar nichts! Um so ärgerlicher ist es, wenn man als “Newbie” sein Fahrrad (Fiets) falsch anschließt: niemals das Fahrrad so an eine der vielen Brückengeländer schließen, dass es von anderen Leuten einfach über die Brücke gehievt werden kann und somit nur noch am Schloss an der Kette hängt.
Der zweite und (für das Fahrrad) fatale Fehler ist, das Fahrrad einfach nur abzuschließen, ohne es an einen festen Gegenstand anzuschließen. Meistens wird es dann geklaut (zwei Schlösser sind hier unterer Standard), oft aber auch einfach in die Gracht geschmissen. Auch wenn Fahrräder zu lange an einem Ort stehen (z. B. weil sie einen Achter haben oder die Kette kaputt ist oder oder oder…) werden sie entweder relativ bald bis auf das Schloss und den Rahmen demontiert oder eben auch in die Gracht geworfen – auch eine Art der Entsorgung. So verwundert es nicht, dass den ganzen Tag durch die Grachten Kähne fahren, die mit Magneten und Zangen Gegenstände aus der Gracht holen – bevorzugt eben an Brücken Fahrräder. Ich habe das im Sommer einmal vom Straßencafé aus beobachtet und innerhalb einer Stunde war der Kahn allein von einer Brücke aus voll mit Fahrrädern, teilweise kamen sie im Minutentakt auf den Kahn.
Jetzt im Winter ist das ganze nicht mehr so einfach, aber wohl noch immer spaßig – heute auf dem Weg zur Uni jedenfalls habe ich zig Fahrräder gesehen, die auf das Eis geworfen wurden – hoffentlich merken es die Besitzer rechtzeitig, bevor es wieder taut…
Sind die Grachten denn komplett zugefroren? Und kann man da auch durch die ganze Stadt skaten wie auf dem Rideau Canal in Ottawa? Das wäre klasse, da müßte ich Dich glatt nochmal schnell besuchen, bevor Du aus NL abhaust
Liebe Andrea,
die Grachten waren nicht ganz komplett gefroren, aber es gab schon mehrere Stellen auf denen man skaten konnte und an denen der Schnee regelmäßig weggeschoben wurde.
Leider, leider, leider gibt es hier aber keine Pinguine, die man vor sich herschieben kann…